Vom Rezept zum Hilfsmittel

Jede Person, die in Deutschland versichert ist, hat ein Recht auf Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln.

Die Kosten hierfür werden von den unterschiedlichsten Einrichtungen (gesetzliche oder private Krankenversicherung, Berufsgenossenschaften, Versorgungstellen, Bundesagentur für Arbeit und Rentenversicherung) übernommen:

Woher bekomme ich eine Verordnung / Rezept?

Grundsätzlich führt der Weg immer über den behandelnden Arzt evtl. auch über das Krankenhaus.

Wer übernimmt die Versorgung mit meinem Hilfsmittel?

Alle Patienten haben das Recht, das Sanitätshaus und / oder den Orthopädietechniker selbst zu wählen. Allerdings muss das Sanitätshaus auch Vertragspartner Ihrer Krankenkasse sein. Fragen hierzu beantwortet Ihnen Ihre Krankenkasse oder das Sanitätshaus Ihrer Wahl sehr gerne. Bei privaten Krankenversicherungen sollen Sie sich unbedingt an Ihre Krankenkassen wenden und/oder in Ihren Vertragsunterlagen nach den entsprechenden Tarifen erkundigen.

Wichtiges zum Rezept

Ein Rezept ist grundsätzlich 28 Tage ab dem Datum der Ausstellung gültig. In dieser Zeit sollte die Versorgung abgeschlossen sein. Die Abrechnung mit der Krankenkasse kann auch später noch erfolgen.

Auf einem Rezept darf immer nur ein Hilfsmittel verordnet werden. Die Menge des Hilfsmittels kann aber höher sein. So z. B. bei Einlagen 2 Paar auf einem Rezept.

Dauerverordnungen, wie z. B. bei Inkontinenzartikel gelten für einen Zeitraum bis zu 12 Monaten. Allerdings ist zu beachten, dass für bereits abgelaufene Monate eine nachträgliche Abgabe der Produkte nicht mehr möglich ist.

Welche Versorgungsarten gibt es?

Nicht immer geht ein Hilfsmittel in das Eigentum des Patienten über. Es wird zwischen 3 Versorgungsarten unterschieden.

  • Die Krankenkasse bezahlt eine Fallpauschale, d.h. das Hilfsmittel wird für einen gewissen Zeitraum an den Patienten verliehen und bleibt Eigentum des Sanitätshauses.
  • Die Krankenkasse bezahlt das Hilfsmittel und wird selbst Eigentümer.
  • Die Krankenkasse versorgt den Kunden mit eigenen Hilfsmitteln aus einem eigenen Kassenlager.

Hilfsmittel, die nur zum einmaligen Gebrauch überlassen werden, gehen in das Eigentum den Kunden über. Hierzu zählen Bandagen, Einlagen, Gehstöcke, Toilettensitzerhöhungen, usw. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich gerne an Ihr Sanitätshaus.

Der Weg zum richtigen Hilfsmittel

Grundsätzlich stellt der Arzt mit der passenden Diagnose ein Rezept für ein entsprechendes Hilfsmittel aus.

Das Sanitätshaus berät den Kunden auf das passende Produkt, ermittelt die richtige Größe und klärt die Kosten mit der Krankenkasse / dem Kostenträger ab.

Je nach Art des Hilfsmittels muss vor der Abgabe die Genehmigung der Krankenkasse eingeholt werden. Hierzu erstellt das Sanitätshaus einen Kostenvoranschlag und reicht diesen bei der Krankenkasse ein. Nach Genehmigung wird das Hilfsmittel geliefert oder kann abgeholt werden.

Wie schnell müssen Krankenkasse über einen eingereichten Kostenvoranschlag entscheiden?

Teilweise benötigen die Krankenkasse von der Antragstellung bis zur Genehmigung viel Zeit, in der der Versicherte nicht versorgt wird. Aus diesem Grund wurde das Patientenrechtegesetz und damit die „Genehmigungsfiktion“ eingeführt. Das bedeutet, dass der Versicherte unter Umständen ohne Genehmigung der Krankenkasse das Hilfsmittel kaufen kann und die Krankenkasse die Kosten übernehmen muss.

Stellt also der Versicherte einen Antrag / Kostenvoranschlag auf Leistung muss diese innerhalb von 3 Wochen nach Eingang des Antrages entscheiden. Sofern ein medizinisches Gutachten erforderlich ist, hat die Krankenkasse 5 Wochen Zeit.

Kann die Krankenkasse die Fristen nicht einhalten, so muss sie dies rechtzeitig schriftlich begründen. Erhalten Sie nach Ablauf der Frist keine schriftliche Begründung, gilt der Antrag als bewilligt. Sie können Sie die erforderliche Leistung selbst besorgen und der Kasse in Rechnung stellen. Wir empfehlen trotzdem vorher eine Rücksprache bei der Krankenkasse. Leider bleibt der Kunde unter Umständen trotzdem auf den Kosten sitzen. Streitereien mit der Kasse möchten die meisten nicht riskieren.

Was passiert, wenn das Hilfsmittel kaputt geht?

Zuständig für Reparaturen ist grundsätzlich das Sanitätshaus, das die Versorgung übernommen hat. Je nach Vertrag mit der Krankenkasse kann die Reparatur auch über ein anderes Haus erfolgen.

Gehört das Hilfsmittel der Krankenkasse, kann der Kunde das Sanitätshaus frei wählen. Wenn das Hilfsmittel aber einem Sanitätshaus gehört, muss dieses auch die Reparatur übernehmen.

Ein Rezept über die Reparatur ist nur bei gekauften Hilfsmitteln oder Beschädigungen wichtig.

Aber Achtung, geht ein Hilfsmittel durch falsche Handhabung oder aus Fahrlässigkeit kaputt, so müssen die Kosten oft selbst getragen werden.

Reisen ins Ausland

Bei einem Urlaub oder kurzen Aufenthalt im Ausland darf das Hilfsmittel mitgenommen werden. Bei längen Auslandsaufenthalten sollte man dies mit dem Eigentümer bzw. Leistungsträger abklären.